Häufige Fragen
Wenn eine Antwort fehlt oder etwas widersprüchlich wirkt, schreib uns: [email protected]
Was ist diese Plattform?
Eine kostenlose, staatsferne Plattform, die bei Katastrophen konkrete verfügbare Ressourcen mit konkretem Bedarf zusammenbringt: Maschinen, Transport, Unterkunft, Stellflächen, Unterbringung für Nutztiere und Arbeitskraft.
Sie ist in fünf Sprachen und für elf Länder nutzbar. Das Matching läuft über sprachneutrale Schlüssel — ein französisches Angebot für eine „pelleteuse" findet deshalb einen deutschen Bedarf nach einem „Bagger".
Was diese Plattform ausdrücklich nicht ist
Sie ist keine Einsatzleitstelle und keine Behörde. Sie zeigt passende Ressourcen an, entscheidet aber nicht, wer wohin fährt. Jede Vermittlung kommt erst durch die ausdrückliche Zusage beider Seiten zustande.
In akuter Gefahr gilt immer zuerst der Notruf: 112, in der Schweiz 118 (Feuerwehr) und 144 (Sanität), und die Anweisungen der Einsatzkräfte.
Was kostet die Nutzung?
Nichts. Es gibt keine Werbung, keine Provision, keine kostenpflichtigen Funktionen und keinen Weiterverkauf von Daten.
Die Plattform läuft auf bereits vorhandener Infrastruktur mit sehr geringen laufenden Kosten. Das ist Absicht: Vergleichbare Projekte sind fast alle daran gescheitert, dass ihre Finanzierung endete — eine Plattform für den Katastrophenfall nützt nur, wenn sie in dem Moment noch da ist.
Wer darf etwas anbieten?
Jede volljährige Person, ausserdem Betriebe, Höfe und Vereine. Nötig ist ein Konto — mit E-Mail und Passwort oder über Google beziehungsweise Facebook.
Ein Angebot verpflichtet zu nichts. Kommt eine Anfrage, entscheidest du selbst: zusagen, absagen oder gar nicht antworten. Adresse und Kontaktdaten werden erst ausgetauscht, wenn beide Seiten zugesagt haben.
Wer darf einen Bedarf melden?
Dafür braucht es zusätzlich eine bestätigte Telefonnummer und einen hinterlegten Heimatort.
Die Hürde ist bewusst höher als beim Anbieten: Ein erfundenes Angebot bleibt folgenlos liegen, ein erfundener Bedarf setzt Menschen und Maschinen in Bewegung.
Warum kann ich die Angebote nicht durchsuchen?
Angebote sind bewusst nirgends öffentlich — weder durchsuchbar noch auf der Karte. Nur der Abgleich mit konkreten Gesuchen greift darauf zu.
Der Grund kommt aus der Katastrophenforschung: Unaufgeforderte Hilfe bindet regelmässig genau die Helfer, Lagerflächen und Fahrzeuge, die für das Dringende gebraucht werden. In mehreren Lagen mussten Behörden die Bevölkerung ausdrücklich bitten, mit dem Spenden aufzuhören. Deshalb wird hier nur angefragt, was jemand tatsächlich braucht.
Warum werde ich nach Stückzahlen gefragt?
Weil fehlende Mengenangaben der häufigste Grund sind, warum Hilfe nicht ankommt. Ohne Zahl weiss niemand, ob ein Angebot reicht oder ob noch drei weitere nötig sind.
Mehrere Anbieter können einen Bedarf gemeinsam decken. Die Plattform führt getrennt Buch darüber, wie viel vorgeschlagen und wie viel tatsächlich zugesagt wurde — dadurch kann ein Bedarf nicht doppelt vergeben werden und bleibt nach einer Absage nicht still unterdeckt.
Wie genau ist mein Standort für andere sichtbar?
Gar nicht genau, und das ist der Punkt. Öffentlich sichtbar ist ein Kreis von etwa einem Kilometer um einen gerasterten Punkt — bei Unterkunft, Nutztieren und Arbeitskraft sind es zwei Kilometer, weil dort ein Mensch oder ein Hof das Schutzgut ist.
Die Verschiebung ist pro Eintrag fest und ändert sich nicht von Abruf zu Abruf. Das ist wichtig: Ein zufälliger Versatz je Anfrage fühlt sich sicherer an, lässt sich aber durch mehrfaches Abrufen herausmitteln. Ein fester nicht.
Die Plattform gibt ausserdem nie eine Entfernung in Metern und nie einen numerischen Übereinstimmungswert heraus, sondern nur grobe Bänder — sonst liesse sich aus den Zahlen der genaue Ort zurückrechnen.
Wann bekommt jemand meine Adresse und Telefonnummer?
Erst wenn beide Seiten einer Vermittlung ausdrücklich zugesagt haben. Vorher sieht niemand mehr als den groben Kreis.
Jede einzelne Freigabe wird protokolliert. Damit lässt sich später belegen, wer wann welche Daten gesehen hat.
Was passiert, wenn ich auf eine Anfrage nicht antworte?
Nichts. Die Anfrage läuft nach einer Frist ab und deine Ressource wird automatisch wieder freigegeben.
Antworten kannst du auch direkt per E-Mail oder SMS mit „Ja" oder „Nein" — gerade in einer Lage ist das Mobilfunknetz oft noch da, wenn die Datenverbindung längst weg ist. Ist eine Antwort nicht eindeutig, passiert bewusst gar nichts: Eine Zusage bindet eine Ressource, eine Absage verbrennt einen Kandidaten. Im Zweifel bleibt alles offen und du kannst später noch zusagen.
Woher kommen die Lagen auf der Karte?
Aus sechs unabhängigen Quellen: zwei Satellitensystemen (NASA FIRMS für aktive Wärmesignaturen, Copernicus EFFIS für bestätigte Brandflächen), zwei amtlichen Warnkanälen (BBK/NINA für Deutschland, BABS/Alertswiss für die Schweiz), den europäischen Wetterwarnungen über MeteoAlarm sowie den Erdbeben- und Vulkandiensten des INGV für Italien.
Amtliche Warnungen erscheinen grundsätzlich — dort hat ein Mensch bei einer Behörde ausgelöst. Satellitendaten müssen sich dagegen qualifizieren: durch eine bestätigte Brandfläche, durch mindestens zwei unabhängige Quellen, durch menschliche Bestätigung oder durch wiederholte Erfassung in zwei getrennten Überflügen. Einzelne Wärmepixel erscheinen nie, weil Industrieanlagen aus dem Orbit wie Brände aussehen.
Warum fehlt meine Region?
Beobachtet werden die Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, Grossbritannien, Irland, Andorra und Spanien.
Die Grenze folgt der Sprache: Wir zeigen nur Lagen in Ländern, deren Bevölkerung die Plattform auch bedienen kann. Eine Lage anzuzeigen, für die hier niemand Hilfe organisieren könnte, wäre ein leeres Versprechen.
Was ist der Krisenmodus?
Innerhalb einer bestätigten Krisenzone wird die Verifizierungshürde für Hilfesuchende abgesenkt — wer gerade evakuiert wurde, soll nicht an einer Formalität scheitern.
Das gilt jedoch nie unbegrenzt: Es braucht eine aktive Zone mit ausreichender Belastbarkeit, die Kategorie muss dafür freigegeben sein, und pro Zone und Stunde gibt es eine Obergrenze. Für schweres Gerät wird die Hürde nie automatisch abgesenkt — ein falsch erleichterter Schlafplatz kostet einen vergeblichen Anruf, ein falsch erleichterter Bagger schickt Maschinen in ein Waldstück. Jede automatische Absenkung wird protokolliert und innerhalb von 24 Stunden von einem Menschen nachgeprüft.
Wer haftet, wenn bei einem Einsatz etwas passiert?
Die Beteiligten. Die Plattform vermittelt einen Kontakt und trifft keine Einsatzentscheidung.
Kläre vor einer Zusage selbst ab, was dein Versicherungsschutz abdeckt — das gilt besonders für Maschinen, Fahrzeuge und die Aufnahme von Menschen oder Tieren. Für Tätigkeiten mit Zertifikatspflicht wie Motorsäge oder Führerschein der Klasse C werden nie Ersatzvorschläge gemacht: Wo eine Qualifikation verlangt ist, ist die falsche Person gefährlicher als niemand.
Wie melde ich einen missbräuchlichen Eintrag?
An jedem Hilfegesuch gibt es einen Melde-Link. Die Meldung ist anonym und kostet zwei Klicks.
Eine einzelne Meldung entfernt nichts — das wäre ein Zensurhebel. Erst wenn drei unabhängige Personen denselben Eintrag melden, wird er ausgeblendet und einem Menschen zur Prüfung vorgelegt.
Wie lösche ich mein Konto und meine Daten?
Schreib uns an [email protected] — wir löschen das Konto und die damit verbundenen Daten. Einen Selbstbedienungs-Knopf dafür gibt es derzeit noch nicht; sobald es ihn gibt, steht er hier.
Ausgenommen sind Protokolle, die wir aus rechtlichen Gründen aufbewahren müssen, insbesondere der Nachweis über erfolgte Standortfreigaben. Details stehen in der Datenschutzerklärung.